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Hermann Peter Heinrich Schwentker (1908-1966)

Heute vor genau 55 Jahren, ist mein "anderer" Großvater gestorben, Hermann Peter Heinrich Schwentker. Mein "anderer" Großvater deshalb, weil ich ihn nie kennengelernt habe. Hätte ich aber gerne, denn irgendwie habe ich Probleme, mir eine Vorstellung von ihm zu machen.

Hermann war am 15. Februar 1908 in Werther Nr. 203 geboren worden, als Sohn des Maurermeisters Hermann Heinrich Schwentker und dessen Frau Marie Elisabeth Heidemann. Er war das dritte Kind der beiden und ihr einziger Sohn, also war schon früh vorprogrammiert, dass er einmal das Baugeschäft an der Engerstraße weiterführen sollte. Bis er das alleinige Sagen hatte, musste er allerdings noch bis zum Tod seines alten Herrn im Jahr 1957 warten, denn Uropa Hermann ging auch im hohen Alter abends immer noch durch sämtliche Räumlichkeiten, um zu gucken, dass ja auch alle Lichter aus waren. 

Das hier ist eindeutig mein Lieblingsfoto von ihm, weil er da so dynamisch rüberkommt. Und diese Haare! Ich weiß nicht, warum er sie immer nach oben gekämmt hat, aber das scheint er ja, wenn ich mir das Foto oben so angucke, schon seit seiner Jugend so gemacht zu haben. 

1940, also mit 32 Jahren, hat Hermann das erste Mal geheiratet, und zwar meine zukünftige Großmutter Anneliese Gehring. Die Geschichte wiederholte sich: Auch diese beiden hatten "nur" einen Sohn, der dann auch Maurermeister wurde: Mein Vater. Der hat von seinem Vater - im Gegensatz zu vielen anderen seiner Generation - auch tatsächlich etwas gehabt, denn Hermann hat den Zweiten Weltkrieg lebend überstanden. Wohin genau man ihn abkommandiert hatte, weiß ich allerdings nicht. Es wird Zeit, da noch ein bisschen zu forschen. 

Auch im mittleren Alter - die Frisur saß... 

Mit Annelieses Tod am 13. August 1962 wurde Hermann dann Witwer. Ich weiß nicht, ob er da schon ahnte, dass ihm auch nicht mehr allzu viel Zeit bleiben würde. 

Was ich aber weiß, ist, dass er vorher noch einmal geheiratet hat, nämlich die Frau, die ich als Kind noch als "Tante Erna" kennengelernt habe. In der Familie wurde erzählt, dass man sich auf der Hengstparade in Warendorf näher kennengelernt hatte, aber bestätigen konnte ich diese Annahme bis jetzt noch nicht. Um die genauen Daten dieser zweiten Hochzeit zu erfahren, musste ich auch tatsächlich im Personenstandsregister forschen, denn die beiden sind quasi "durchgebrannt" und haben sich am 14. September 1966 in Langenholzhausen trauen lassen. Angeblich soll ein alter Freund Hermanns dort Standesbeamter gewesen sein. 

Was dann folgte, war wohl eine der kürzesten Ehen in Werthers Geschichte, denn sie dauerte nur genau zwei Monate und 11 Tage. Am 25. November 1966 starb Hermann dort, wo er geboren worden war: Im Haus an der Engerstraße. Nur, dass es nun nicht mehr "Werther Nr. 203" hieß, sondern "Engerstraße 25". Er starb im Sessel sitzend an Herzversagen, mit nur 58 Jahren. 

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