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Schwarze Schafe: Die Hinrichtung des Daniel Philipp Gehring

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Ja, die Wertheraner Gehrings waren nicht durchgängig respektable Leute... es gab auch ein richtig schwarzes Schaf darunter: Daniel Philipp Gehring, Räuberhauptmann und Ausbrecherkönig. So nennt ihn jedenfalls Dr. Jochen Rath in seinem Artikel, den er auf den Seiten des Bielefelder Stadtarchivs eingestellt hat ( hier ist der Link). Daniel Philipp Gehring wurde am 6. Dezember 1782 auf der Bielefelder Galgenheide durch den Strang hingerichtet. Er war damit, nach den Rennebaum-Brüdern, nach meiner Kenntnis der dritte Wertheraner, der in Bielefeld exekutiert wurde. Dieser Herr Gehring gehört zwar nicht zu meinen direkten Vorfahren, und ich arbeite auch noch daran, diese Gehring-Familie zu erforschen (wie schon öfter mal erwähnt: Werther wimmelte nur so von Gehrings). Vielleicht kann ich ihn ja eines schönen Tages noch mit meinem Stammbaum verknüpfen, wer weiß? Die Geschichten von den schwarzen Schafen im Stammbaum sind ja eigentlich immer noch die interessantesten...

1. Weltkrieg: Kriegsteilnehmer aus Arrode

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Heute vor 99 Jahren war der erste große Schrecken des letzten Jahrhunderts also vorbei: Der 1. Weltkrieg. Für mich ein Grund, mal wieder die Namen einiger Wertheraner Kriegsteilnehmer zu posten, dieses Mal aus dem Ortsteil Arrode. (aus: "Das Kirchspiel Werther und der Krieg von 1914-18") Nachname, Rufname, Beruf, Hausnummer, Dienstzeit, Dienstgrad  Anführungsstriche (") kennzeichen Brüder.) Beckmann , Gustav, Landwirt, Nr. 26, 1916-1918, Landsturm Bergmann , Wilhelm, Arbeiter, Nr. 41, 1915-1920, Landsturm Blase , Gustav, Zigarrenarbeiter, Nr. 5, 1914-1918, Sergeant Bleikamp , Wilhelm, Arbeiter, Nr. 27, 1914-1918, Fahrer Bleikamp , Wilhelm, Uhrmacher, Nr. 22, 1916-1918 (gefallen), Musketier Böckstiegel , Peter August, Kunstmaler, Nr. 4, 1915-1919, Schütze Brockmann , Heinrich, Maurer, Nr. 57, 1916-1918, Landsturm Brünger , Heinrich, Zimmermann, Nr. 28, 1915-1928, Flieger Bültmann , Gustav, Maurermeister, Nr. 33, 1914-1918, Sergeant ", Flore...

Die Verknüpfungslust des Genealogen

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Im Moment schlafe ich jeden Abend über einer neuen Biografie ein, die jemand namens Frank Schäfer über Henry David Thoreau geschrieben hat und die ich hier in Halle in der Bücherei gefunden habe. Normalerweise halte ich ja einen gewissen Abstand, wenn ein Deutscher meint, einen Amerikaner analysieren zu können, aber hier hat immerhin der Suhrkamp-Verlag sein Geld investiert, so dass ich dachte, es könne ja nicht schaden, wenigstens mal ins Buch hineinzuschauen - zumal es mich nichts kostet. Bei Biografien ist es ja Standard, auch ein paar Worte über die Vorfahren, zumindest aber über die Eltern des zu Biografierenden, zu verlieren. Das macht Herr Schäfer auch: 200 Jahre werden auf einer knappen Seite (nämlich auf Seite 23 von 242) abgehandelt. Auf dieser einen Seite bin ich über einen Satz gestolpert: "Man muss bei genealogischen Kausalzusammenhängen vorsichtig sein - sie beweisen ja vor allem die Verknüpfungslust des Interpreten -, aber es ist doch zumindest bemerkenswert, da...

Familienforschung und Patchworkfamilien

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Wenn wir mal etwas genauer darüber nachdenken, dann sind Patchworkfamilien keine Erfindung der letzten paar Jahre - es ist nur so, dass wir erst seit ein paar Jahrzehnten einen Namen dafür gefunden haben.  Gehen wir doch einfach mal in Gedanken 200 Jahre zurück. Eine "normale" Familie. Vater, Mutter, Kinder. Nehmen wir an, die Mutter stirbt bei der Geburt ihres fünften Kindes im Kindbett. Was macht der Vater? Logisch, er kann allein seine Kinderschar nicht oder nur mit großen Schwierigkeiten (vor allem logistischer Natur) versorgen, also sucht er sich nach angemessener Zeit eine neue Ehefrau. Wenn diese Ehefrau dann ihrerseits auch noch Kinder mit in die Ehe bringt, dann haben wir im Grunde genau das, was wir heute als "Patchworkfamilie" bezeichnen. Der einzige Unterschied ist, dass wir heute nicht mehr sofort heiraten (müssen), weil sich das Gesellschaftsbild insoweit verändert hat, als man nicht mehr schief angesehen wird, wenn man nicht sofort den Weg zum Sta...

Eine ungewöhnliche Totgeburt

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In den Wertheraner Sterberegistern des Jahres 1926 findet sich ein relativ merkwürdiger Eintrag: "ein totes Kind, dessen vorherrschendes Geschlecht nicht festgestellt werden konnte" Ich dachte zuerst, ich hätte mich verlesen. Hatte ich aber nicht. Aber dieser Eintrag gibt mir doch zu denken - wie kann das sein? Die erste Möglichkeit wäre, dass es sich um ein Frühchen handelte. Das ist aber eher unwahrscheinlich, denn die äußeren Geschlechtsmerkmale lassen sich beim Fötus schon ab der 15. Schwangerschaftswoche erkennen, wie mir Wikipedia erklärt. Also noch vor dem Zeitpunkt, in dem eine Mutter die Bewegungen ihres Kindes spüren kann (Quelle: Wieder Wikipdia. Da kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen). Das Kind müsste also noch vor der 15. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen sein. Gegen diese Theorie spricht auch, dass erst seit ein paar Jahren totgeborene Kinder mit einem Gewicht unter 500 Gramm überhaupt ins Personenstandsregister eingetragen werden k...

Wir haben mal wieder die Wahl

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... im Gegensatz zu vielen unserer Vorfahren! Wenn wir also am Sonntag unseren Umschlag in die Wahlurne werfen, um über die Zusammensetzung unseres Parlamentes zu bestimmen, dann ist das ein Moment, in dem wir etwas tun, das die meisten unserer Vorfahren sicherlich sehr gerne getan hätten. (Für mich ist das schon Grund genug, tatsächlich meine Stimme abzugeben, obwohl ich auch diejenigen verstehe, die zum Beispiel den Wahlzettel großzügig durchstreichen und "alle nicht wählbar!" oder ähnliches draufschreiben. Mein Verständnis endet aber bei denen, die überhaupt nicht vom Sofa hochkommen und sich dann hinterher beschweren, dass sie ja keiner gefragt habe...) Für uns Familienforscher ist das eine Gelegenheit, um mal kurz inne zu halten und sich zu fragen, ob wir denn wissen, was unsere Vorfahren denn so gewählt haben. Oder haben sie sich vielleicht sogar wählen lassen? Gehörten sie einer Partei an (die Frage der Parteizugehörigkeit sollte sich schließlich nicht auf die ...

Asche auf mein Haupt!

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Mir ist gerade aufgefallen, dass ich hier seit beinahe zwei Monaten nichts mehr gepostet habe. Könnte auch daran liegen, dass ich zwischendurch im Urlaub war, und zwar hier:  Am Beech Hill Pond in Maine! Es ist aber nicht so, dass wir die ganze Zeit nur am See herumgelungert hätten - in Maine gibt es auch das hier:  Unser Besuch galt aber (leider?) nicht dem Maine State Archive , sondern dem Maine State Museum . Für alle, die mal zufällig nach Augusta kommen: Das Museum ist wirklich gut! Ich war in den letzten 22 Jahren drei Mal dort, und ich würde es mir (in ein paar Jahren) auch noch ein viertes Mal angucken! Soviel also zur kreativen Pause. Die hatte ich auch dringend nötig... ;-) Aber jetzt wird man hier wieder öfter von mir hören!