Nee, so richtig schön waren die letzten Wochen nicht. Ein unglaublicher Druck in der Magengegend, der mich nach einigen Tagen Auf und Ab meine Mutter bitten ließ, mich doch bitte mal schnell in die Notaufnahme zu fahren, was dann zu einem einem einwöchigen Krankenhausaufenthalt führte, erst eine Nacht hier in Halle, dann im Städtischen in Bielefeld, das mich immer an eine Müllverbrennungsanlage erinnert. Dort schubste man mir dann einen verklemmten Gallenstein aus einem entzündeten Gallengang und setzte mich ein paar Tage später nochmal unter Narkose, weil sie mir vorsichtshalber einen Stent in den Gang zur Bauchspeicheldrüse gesetzt hatten, der wieder raus musste.
Schön war in dem Zusammenhang der Kommentar von meiner Mutter: "Hatte deine Oma auch." Also Anneliese, die Mutter meines Vaters. An den Tag Ende der 1990er, an dem meine Mutter noch selbst als Krankentransport für meinen Vater eingesprungen ist, weil er es mit seinen Koliken am zweiten Weihnachtsfeiertag nicht mehr ausgehalten hat, kann ich mich selbst noch gut erinnern (und ja, wenn in dieser Familie mal jemand schnell ins Krankenhaus muss, ruft man am besten meine Mutter an...). Aber dass Anneliese auch diese Probleme hatte, das war mir neu - bis jetzt hatte ich bei ihr "nur" drei Schlaganfälle verzeichnet. Als ob das nicht gereicht hätte.
Damit haben meine Gallensteine jetzt auch einen eigenen Stammbaum. Und das Gute ist: Der wird mit mir enden, da es keine 4. Generation gibt, an die ich meine offensichtliche Veranlagung hätte weitergeben können.
Trotzdem: Für die Zukunft sollte ich besser im Hinterkopf behalten, wer welche Krankheiten überlebt hat und welche Muster sich daraus ergeben. Ärzte machen ja auch eine Familienanamnese, warum also nicht auch wir Forscher?
So ganz zu Ende ist die Sache aber auch in anderer Hinsicht für mich noch nicht: Die Galle selbst muss noch raus, jetzt irgendwann demnächst mit sämtlichen noch in ihr verbliebenen Steinen. Soll aber angeblich heutzutage keine große Sache mehr sein... gucken wir mal.

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